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WÜTEN

 

Wenn Kinder Wutanfälle haben, bringen sie ihre Eltern meist sehr in Not damit. Im Gegensatz zum Weinen ist ein Wutanfall meist noch das größere Tabu in unserer Kultur. „Die Eltern müssen ihr Kind in den Griff kriegen“ oder „Dem Kind sollte das abgewöhnt werden“ sind unausgesprochene oder auch ausgesprochene Meinungen des Umfeldes.

 

Was aber, wenn der Wutausbruch noch einen ganz anderen Hintergrund hat. Nämlich den, dass das Kind gerade voller Stress ist – einfach alles zu viel – Reizüberflutet – es seine Not aber nicht in Worte packen kann und dieser Stress einfach aus ihm heraus bricht… und das wegen einer Kleinigkeit.

 

Es wütet – entlastet sich dadurch – und danach ist die Welt wieder in Ordnung.

 

Sicherlich kennt ihr als Eltern, dass ihr 5 oder 10 oder 20 Minuten ein völlig wütendes, aufgelöstes Kind habt, das für eure Worte oder Beruhigung überhaupt nicht zugänglich ist. Aber mit einem Mal ist es fertig mit wüten – geht seines Weges und spielt friedlichst weiter.

 

Kommt euch das bekannt vor? Nun, ihr habt hier einen typischen „broken cookie“ erlebt.

 

Der „zerbrochene Keks“ steht für diese „Kleinigkeit“. Euer (gestresstes) Kind möchte einen Keks, es ist aber nur noch ein Keks in der Keksdose und der ist zerbrochen! Euer Kind wirft sich wütend und schreiend auf den Boden, weil es keinen zerbrochenen Keks haben will. Der Keks ist quasi der Tropfen, der das (Stress-)Fass Eures Kindes zum überlaufen bringt.

 

Ok zugegeben, ist nicht so schön, so ein Wutanfall, so ein nicht erreichbares, wütendes, schreiendes Kind … vor allem nicht in der Öffentlichkeit.

 

Aber wenn es das nächste Mal zuhause passiert, dann haben wir folgenden Vorschlag:

 

Atme tief durch, suche in dir einen ruhigen Ort, bleibe bei deinem wütenden Kind

– atmen – dabeibleiben – nichts sagen außer vielleicht „ok, ich sehe, du bist sehr wütend…“

– nichts tun, außer dabei bleiben – und schau, was passiert…

 

Hört dein Kind von selbst auf mit Wüten? Wie geht es ihm danach?