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3. September 2022

Aggressionen – Schlagen, Treten, Beißen & Co…

Aggressionen

… sind ein großes Tabu-Thema unserer Gesellschaft. Starke Emotionen zu zeigen ist unerwünscht und gehört klassischerweise zu den Dingen, die wir Kindern wegerziehen sollten.
So verlangt es zumindest meist unser „Umfeld“ und auch in vielen pädagogischen Ansätzen geht es darum, schlagen, beißen, treten, herumwerfen von Gegenständen und schreien durch unsere Reaktion – oft in Form von Belohnen und Strafen – in den Griff zu bekommen. Damit kommen wir Eltern in eine sehr schwierige Spirale von Dingen, die wir gar nicht tun wollen. Wir spüren, wie trennend dieser Umgang ist und das tut weh, Eltern wie Kindern.
Kennst Du das?

Gibt es einen Weg, mit dem aggressiven Verhalten Deines Kindes Euch Eltern und auch oft Geschwistern gegenüber umzugehen, der nicht trennend zwischen Dir und Deinem Kindern wirkt?

Ja, den gibt es! Ich habe erlebt, dass es zuerst einmal sehr hilfreich ist, den Hintergrund aggressiven Verhaltens zu verstehen.

Die Gegenseite des „lieben“ Kindes annehmen…
Eine wichtige Nachricht vorneweg – es gehört wesentlich zur Entwicklung von Kindern, dass sie die ganze Breite von Gefühlen und Emotionen leben dürfen. Nur so lernen sie das Menschsein ganz kennen und werden darauf vorbereitet, mit den Herausforderungen des Lebens umgehen zu können. So gern wir nur die „lieb-sein“ Seite unserer Kinder wählen würden, so sehr rächt sich dies. Denn es gibt immer auch die Gegenseite und die können wir entweder einladen, sich in einer Weise zu zeigen, in der nichts und niemand verletzt wird oder wir grenzen sie aus und sie bahnt sich unkontrolliert ihren Weg.

In meinem Blog-Beitrag übers Wüten habe ich von verschiedenen Stressfaktoren geschrieben, die dein Kind natürlicherweise versucht über Weinen und Wüten auszudrücken und den Stress abzubauen.

Bei Aggression gegenüber anderen Kindern kommen oft zwei Dinge zusammen: 
Dein Kind hat Aufgestautes in sich und gleichzeitig fehlt ihm noch die Erfahrung, wie es mit anderen Kindern in einem guten sozialen Kontakt sein kann.

Die gute Nachricht:
 Ebenso wie Laufen und Sprechen lernen, braucht soziales Lernen Zeit. Es wird von uns Eltern oft übersehen, dass ein Kind mit 2, 3 oder 6 Jahren im Umgang mit anderen Kindern überfordert ist.

Was ist jetzt aber zu tun, wenn dein Kind dich haut oder gegenüber anderen Kindern aggressiv ist!?
Zuerst einmal ist die Aufgabe von dir, als Mutter oder Vater dein Kind und andere Kinder, die betroffen sind, mit einer großen Klarheit zu schützen. Du musst dein Kind dann vielleicht festhalten – kurz – und ihm klar sagen „Das tut weh, lass das.“

Hier kommt die anderen Haltung im Aware Parenting. Wir setzen eine liebevolle Schutz-Grenze und gleichzeitig darf die Wut sein. Oft werde ich gefragt: „Darf ich mein Kind festhalten?“ – Ja! Du darfst und musst es um dich selbst und andere Menschen zu schützen.

Die Frage ist hier, mit welcher Haltung du das tust:
„Ja, ich halte dich. Ich halte dich davon ab etwas zu tun, das anderen oder dir weh tut oder davon, dass etwas kaputt geht.“
Das sind die beiden Grundregeln im Aware Parenting und ich halte dich mit Liebe und Klarheit. Oftmals hilft es das Kind von hinten zu halten, damit es seine Wut ausdrücken kann und trotzdem nichts und niemand zu Schaden kommt.
Es gibt noch andere Formen im Aware Parenting, Kindern den Ausdruck von Wut und Ohnmacht zu ermöglichen. Zum Beispiel über die Bindungsspiele unter anderem die Macht-Umkehr-Spiele. Hierzu gibt es in meinem Newsletter und in meinem Blog bald noch mehr.

Ich wünsche dir einen entspannten, klaren Umgang mit Situationen, in denen dein Kind Aggressionen zeigt und ein besseres Verständnis dafür.

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