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AGGRESSIONEN

…sind ein großes Tabu-Thema unserer Gesellschaft. Starke Emotionen zu zeigen ist unerwünscht und gehört klassischerweise zu den Dingen, die wir Kindern wegerziehen sollten. In vielen Ansätzen geht es darum, schlagen, beißen, treten, rumwerfen, schreien durch unsere Reaktion – oft in Form von Belohnen und Strafen- in den Griff zu bekommen. Damit kommen Eltern in eine sehr schwierige Spirale von Dingen, die sie gar nicht tun wollen. Sie spüren, wie trennend dieser Umgang ist. Und das tut weh, Eltern wie Kindern. Kennst Du das?

 

Gibt es einen Weg, mit dem aggressiven Verhalten Deines Kindes sowohl Eltern, Geschwistern wie auch anderen gegenüber umzugehen, der nicht trennend zwischen Eltern und Kindern wirkt?

 

Ja, den gibt es! Wir haben erlebt, dass es zuerst einmal sehr hilfreich ist, den Hintergrund aggressiven Verhaltens zu verstehen.

 

Die Gegenseite des „lieben“ Kindes einladen…


Eine wichtige Nachricht vorneweg – es gehört wesentlich zur Entwicklung von Kindern, dass sie die ganze Breite von Gefühlen und Emotionen leben dürfen. Nur so lernen sie das Menschsein ganz kennen und werden darauf vorbereitet, mit den Herausforderungen des Lebens umgehen zu können. So gern wir nur die „lieb-sein“ Seite unserer Kinder wählen würden, so sehr rächt sich dies. Denn es gibt immer auch die Gegenseite und die können wir entweder einladen, sich in einer Weise zu zeigen, in der nichts und niemand verletzt wird oder wir grenzen sie aus und sie bahnt sich unkontrolliert ihren Weg.

 

In unserem Text übers Wüten haben wir schon geschrieben, dass wir einen klaren Zusammenhang zwischen dem Verhalten eines Kindes und der Geschichte, die es im näheren oder ferneren Vorfeld erlebt hat, sehen. Beispielsweise war Dein Kind mit etwas gar nicht einverstanden und ist somit sehr wütend oder seine Grenzen wurden übertreten und es verteidigt sein „Revier“, alles Faktoren für viel Stress. Manchmal kommen auch zwei Dinge zusammen: Dein Kind hat Aufgestautes in sich und gleichzeitig fehlt ihm noch die Erfahrung, wie es mit anderen Kindern Kontakt aufnehmen kann. Hier kommt ins Spiel, wie sehr das Einüben von einem guten Umgang mit Aggression auch wesentlich für das soziale Lernen von Deinem Kind ist.

 

Was gibt es zu tun?


Aus unserer Sicht gibt es zwei Dinge zu tun: Das eine ist, Stressfaktoren für Dein Kind so weit wie möglich zu reduzieren, um den Aufbau von Frustration zu verringern. Das andere ist die Suche nach nicht trennenden oder verletzenden Ausdrucksmöglichkeiten für Emotionen bei Deinem Kind.

Was Du als Mutter, Vater oder Pädagoge präventiv oder im Akutfall tun kannst, dazu findest Du bei Aware Parenting viele Ideen – in den Büchern, in unseren Seminaren und hier unter Bindung und vor allem den Bindungs-Spielen – Attachment Play.

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